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Worum geht es hier?
Die CDU/CSU-SPD-Bundesregierung hat einen Gesetzentwurf verabschiedet, der eine Geheimzensur des WWW durch das Bundeskriminalamt ermöglichen soll. Als Grund wird die Bekämpfung kinderpornographischen Inhalts im WWW angeführt.
Unter der Federführung der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Ursula von der Leyen, wurde bereits zuvor mittels Geheimverträgen mit verschiedenen Providern eine Geheimzensur vereinbart.
Verschiedene Anzeichen sprechen dafür, dass es weniger um die Bekämpfung von kinderpornographischen Inhalten im WWW geht als um die Schaffung eines beliebig einsetzbaren Zensurwerkzeugs.
Diese Befürchtung teilen nicht nur Berufsparanoiker, sondern zahlreiche anerkannte Fachleute und Institutionen. Selbst die Wirksamkeit der Geheimzensur für den vorgeblichen Zweck wird, unter anderem auch vom wissenschaftlichen Dienst des Bundestags, in Zweifel gezogen.
Statt die Angebote, sobald sie bekannt sind, vom Netz zu nehmen, beschränkt man sich darauf, eine spanische Wand davorzustellen.
Problematisch an den geplanten Sperrungsvorhaben ist, dass es keinerlei Kontrolle darüber gibt, welche Inhalte warum zensiert werden. Die Liste der gesperrten Seiten wird vom BKA erstellt und ist geheim. Es gibt keinerlei richterliche oder andere unabhängige Kontrolle. Selbst das Überprüfen, ob eine Seite gerechtfertigt gesperrt wurde, stellt bereits eine Straftat dar.
Erfahrungen aus anderen Ländern, in denen diese Sperrungen bereits eingesetzt werden, zeigen aber, dass keineswegs nur kinderpornographische Seiten gesperrt werden. Im Gegenteil, diese Seiten machen nur eine Minderheit der gesperrten Angebote aus.
Eine ausgezeichnete Zusammenfassung der Problematik findet sich bei heise.de. Hier wird ausführlich erklärt, warum die Geheimzensur unwirksam ist und warum sie gleichzeitig in höchstem Maße gefährlich für unsere freiheitliche Gesellschaftsordnung ist.
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7 Kommentare
http://blog.manuel-stein.de/index.php?/archives/49-Ein-Einwurf-zur-geplanten-Internetzensur-unter-Instrumentalisierung-des-Kinderschutzes.html
Allseits Grüße,
Manuel
Frau von der Leyen sagt die Unwahrheit, und sofern Sie das wissentlich tut, ist sie eine Lügnerin.
Auf das Stoppschild ein Ausschnitt aus dem Heise-Artikel "Verschleierungstaktik", ein Link zur Petition dagegen und ein Link zur eigentlich Index-Datei...
Vielleicht machen ja viele Leute mit, wäre begeistert dieses Stopp-das Stoppschild immer wieder im Netz zu sehen!
Besten Gruß
Neben der Möglichkeit Eurem Abgeortneten auf www.abgeordnetenwatch.de eine Anfrage, Beschwerde zukommen zu lassen, gibt es nun ferner noch eine Onlinepetition beim Bundestag. Ob diese nun Erfolg verspricht - keine Ahnung - aber man kann etwas tun.
https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=3860
Nicht nur lesen, Leute informieren und aktiv sein/werden!
Die Hoffnung stirbt zuletzt.
Offensichtlich hat niemand den Gesetzentwurf im Original gelesen.
Wie so etwas in der Praxis aussieht, findet man bei http://kid.telenor.net/
Natürlich könnte man die Zensur ausweiten, doch dazu bedarf es weiterer Gesetze.
Glaubt denn wirklich jemand, dass sich die ISP einfach kaufen lassen?
Die haben auch ihre Anwälte und falls das BKA Wünsche äußert, die über das eindeutig geregelte Gesetz hinaus gehen. Dann bricht garantiert ein Sturm los.
Ich denke schon, dass es der legislative zusteht, Gesetze gegen Kriminelle zu beschließen.
Wenn man dann eine Petition startet, die sachlich erhebliche Mängel aufweist, erntet man bestenfalls einen Lacherfolg im Bundestag, den die 70- oder 80-tausend Unterzeichner für sich verbuchen können!
Man kann sich ja mal http://www.bmj.de/media/archive/1308.pdf durchlesen, damit man weiß, um was es geht. Ich warne, es ist langweilige Lektüre!
http://www.heise.de/ct-tv/Video-Nach-der-Kritik-folgen-die-Warnungen--/video/2009/05/09/webcast/pruefstand/137373
Der Link den "Mauki" geliefert hat, gehört zu einem anderen Gesetz!
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